23.10.2016 Wasserball Wasserball

Bericht vom Spiel der Wasserball-Bundesliga/Deutsche Wasserball-Liga - B-Gruppe SV Krefeld 72 vs SV Cannstatt

Nur knapp schrammte der SV Cannstatt an einer Überraschung vorbei. Zum Auftakt der Wasserball-Bundesliga unterlagen die Cannstatter beim A-Gruppen-Absteiger SV Krefeld 72 denkbar knapp mit 12:13 (3:2; 2:3; 4:5; 3:3).


Für die völlig umkrempelte Cannstatter Mannschaft trotz der Niederlage ein Ergebnis, auf dem man im weiteren Saisonverlauf aufbauen kann.

Ohne große Hoffnungen waren die Cannstatter ins Ruhrgebiet gefahren. Ein harter Umbruch mit vielen neuen und jungen Spielern, wenig Spielpraxis in der Saisonvorbereitung, die Auftaktbegegnung in Krefeld sollte eine erste Standortbestimmung sein. Krefeld gilt als letztjähriger Absteiger aus der A-Gruppe als einer der Favoriten für den B-Gruppentitel.

Vielleicht war es gerade, dass niemand von den Cannstattern eine Sensation erwartete. Die Schwaben spielten im Badezentrum Bockum von Anfang an mit, führten konnten bis ins dritte Spielviertel immer in Führung gehen und Krefeld unter Druck setzen. Erst im Schlussabschnitt schienen die Krefelder die Oberhand zu behalten und konnten auf 12:9 davonziehen. Doch die junge Cannstatter Mannschaft kam noch einmal zurück, glich innerhalb von viereinhalb Spielminuten auf 12:12 aus. Da waren noch anderthalb Minuten zu spielen. Doch dem SVC wurde das Happy End verwehrt. 18 Sekunden von dem Abpfiff konnten die Krefelder den Siegtreffer setzen.

Nach dem Abpfiff wusste SVC-Trainer Jovan Radojevic nicht, ob er sich ärgern oder zufrieden sein sollte. „Uns haben 18 Sekunden zu einem Punkt gefehlt“, war der 35-jährige enttäuscht. Aber er wollte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Wir haben das erste Mal unter Wettkampfbedingungen in dieser Aufstellung gespielt. Leider haben kurz vor der Abreise noch zwei Spieler wegen Krankheit abgesagt, so dass ich auch nur 11 Spieler dabeihatte und auch keinen Ersatztorhüter“, erläuterte Radojevic.

In der weiteren Analyse hob der SVC-Coach aber vor allem die positiven Seiten hervor. „Das war auswärts ein gutes Ergebnis, wir haben gut gekämpft. Aber unser Hauptaugenmerk liegt auf den Heimspielen“, hob Radojevic hervor. Trotz des Umbruchs konnten die Cannstatter gegenüber der vergangenen Saison einige Verbesserungen andeuten. So war die Überzahlquote mit einer 63%-igen Chancenverwertung durchaus ansprechend. „Außerdem sind wir in der Verteidigung gut gestanden“, ergänzte der SVC-Trainer. Bester Cannstatter war Neuzugang Deni Cerniar. Der 24-jährige Kroate, der im Sommer von Jadran Kostrena, einem Vorortklub der Hafenstadt Riejka, an den Neckar wechselte, erzielte gleich 6 Treffer. Etwas unverständlich war, dass das nicht zum „Spieler des Tages“ reichte, sondern Lukas Stöffges, Kapitän des Gastgebers Krefeld, nominiert wurde. Der kam zwar zu vier Treffern, war wegen Zeitstrafen aber gleichzeitig direkt für zwei Cannstatter Gegentreffer verantwortlich. Cerniar hatte demgegenüber beim Abpfiff eine „weiße Weste“.

Weitere Tore des SVC: Filip Zugic, Lennart Löscher (je 2), Milosav Aleksic, Marton Sarosi.