15.01.2017 Wasserball Wasserball

Bericht vom Spiel der Wasserball-Bundesliga - B-Gruppe - SV Cannstatt vs. SV Würzburg 05

Erster Saisonsieg für den SV Cannstatt in der Wasserball-Bundesliga. Am fünften Spieltag bezwang der SVC im Untertürkheimer Inselbad den Südrivalen SV Würzburg 05 mit 12:6 (1:2; 4:1; 4:3; 3:0).


Der SVC kletterte auf Tabellenplatz Sieben punktgleich mit dem sechsten aus Hamburg und gab die Rote Laterne an den SV Würzburg weiter. „Wir wollen ein Lebenszeichen senden“, hatte der Cannstatts Coach Andras Feher vor dem Spiel noch erklärt. Die Cannstatter hatten in den ersten Spielen keinen Stich gemacht, waren gegen die direkte Konkurrenz aus Hamburg sogar vor Weihnachten bös unter die Räder gekommen.

Kurz vor Weihnachten dann die überraschende Trennung von Trainer Jovan Radojevic, die allerdings ihren Grund nicht im schlechten Tabellenstand der ersten Mannschaft gehabt haben soll. Für ihn steht nun bis zum Saisonende Andras Feher wieder am Beckenrand, der mit dem SVC 2006 die deutsche Meisterschaft erreichte und zuletzt in Cannstatt die Jugend verantwortete.

Und Feher und Co-Trainer Robert Blaich scheinen in wenigen Tagen die nach der Weihnachtspause verblieben, wirklich der Cannstatter Mannschaft wieder Leben eingehaucht zu haben. Ausgerechnet im Kellerduell mit dem ebenfalls punktlosen Wiederaufsteiger aus Franken konnten die Cannstatter das bisher beste Saisonspiel vor eigenem Publikum abrufen.

Cannstatt kam gleich zu Beginn gut ins Spiel, führte mit 1:0 aber das schien nur ein Strohfeuer zu sein. Würzburg ging bis zur ersten Viertelpause durch zwei Überzahltreffer mit 2:1 in Front. Doch die blutjunge Cannstatter Mannschaft kam wieder zurück, schaffte zunächst den Ausgleich und machte dann immer wieder deutlich, dass sie den notwendigen Willen hatte, beide Punkte im Inselbad zu behalten.

Anfang des dritten Viertels kam Würzburg nochmals auf, verkürzte auf 5:4 und auf 6:5, den Ausgleich schafften die Franken aber nicht mehr. Dafür zogen die Cannstatter nun immer mehr davon und ließen vor allem im Schlussviertel nichts mehr anbrennen. Der 12:6 Erfolg war auch in der Höhe verdient.

Dabei zeigte endlich auch wieder Deni Cerniar seine Torjägerqualitäten mit 4 Treffern, dicht gefolgt vom früheren Berliner Marton Sarosi mit drei Toren. Positiv aber, dass sich die weiteren Treffer über die Mannschaft verteilten und die Torflaute der letzten Spiele vergessen war. Die weiteren Treffer erzielten Miles Müller, Novak Zugic, Milosav Aleksic, Uros Fabic und Tim Kraut.

Ob es wirklich der Trainerwechsel war? Das kann letztlich niemand sagen. Aber auffällig war, dass die Schwaben viel beweglicher waren, in der Abwehr aggressiv zu Werke gingen und auch im Angriff versuchten, das Spiel schneller zu machen. Dabei war der SVC gleich im ersten Viertel gehandicapt. Center-Verteidiger Uros Fabic handelte sich schnell zwei Zeitstrafen ein und wurde daher von Feher aus dem Brennpunkt des Geschehens abgezogen. Dafür rückte dann U17-Spieler Julius Wörn in die Centerverteidigung und zeigte dort in der Folge eine sehr ansprechende Leistung. Der Sohn des Alt-Internationalen Volker Wörn ließ nur einen Treffer durch Würzburgs Center Anton Laug zu.

Auch ein zweiter bekannter Name ließ aufhorchen. Tim Kraut, Sohn des ehemaligen Nationalspielers und Cannstatter Abwehrrecken Thorsten Kraut erzielte den wichtigen Treffer zum 2:2 Ausgleich.

„Ich bin besonders mit den Leistungen der ganz jungen Spieler sehr zufrieden“, erklärte SVC-Coach Andras Feher der neben Wörn und Kraut auch noch Miles Müller ein Sonderlob zukommen ließ. Gleichzeitig trat der altgediente Coach aber auf die Euphoriebremse. „Wir haben zwar phasenweise sehr diszipliniert gespielt aber es bleibt immer noch viel zu verbessern“, analysierte Feher. „Wir machen noch zu viele technische Fehler und müssen unsere Fehlerquote reduzieren. Außerdem müssen wir noch am Überzahlspiel arbeiten“, benannte Feher Schwachpunkte seiner Mannschaft.

Das Ergebnis stimmte aber auf jeden Fall versöhnlich. „Wir haben Selbstvertrauen getankt und wissen, dass wir nicht nur Kanonenfutter sind.“