19.03.2017 Wasserball Wasserball

Bericht vom Spiel der Deutschen Wasserball-Liga - B-Gruppe zwischen SV Cannstatt und Poseidon Hamburg

Der SV Cannstatt bleibt in der Spur und behält die Chance, doch noch eine gute Ausgangssituation für die Play-Downs zu erreichen. Die Cannstatter bezwangen Poseidon Hamburg mit 11:7 (1:1; 2:1; 3:1; 5:4).


Der SVC bleibt zwar auf Platz Sieben, hat aber nur noch einen Punkt Rückstand auf Neustadt und Hamburg auf den Plätzen 5 und 6.

Zunächst hatten die Hamburger das Heft in der Hand und kamen bereits nach 2 Minuten durch den US-Amerikaner Jacob Marsh zur 1:0 Führung. Der SVC suchte zwar den Ausgleich, scheiterte aber immer wieder am Hamburger Torhüter. Aber den Norddeutschen sollte es nicht besser gehen. Auch Ihre Versuche, den Vorsprung auszubauen, blieben in der SVC-Abwehr hängen oder wurden von Cannstatts Torhüter Milan Markovics entschärft. Die Cannstatter konnten dann doch noch durch Center Novak Zugic eine Möglichkeit zum 1:1 Ausgleich vor der ersten Viertelpause nutzen.

Im zweiten Abschnitt dann zunächst dieselbe Situation. Hamburg wieder mit der schnellen Führung und sichtlich bemüht, mit aggressiver Spielweise die körperlich unterlegenen SVC-Spieler zu beeindrucken. Doch die ließen sich den Schneid nicht abkaufen. Ein Überzahltreffer durch Deni Cerniar brachte den erneuten Ausgleich. Die Cannstatter verteidigten dann geschickt bei zwei Zeitstrafen gegen Julius Wörn und Milosav Aleksic und überstanden auch diese prekären Sekunden unbeschadet. Im Gegenzug traf dann SVC-Centerverteidiger Uros Fabic mit einem sehenswerten Distanzschuss zur 3:2 Führung – zugleich Zwischenstand zur Halbzeit.

Im dritten Viertel dann ein Auftakt nach Maß für den SVC. Bereits im zweiten Angriff wurde Center Novak Zugic schwer gefoult, den fälligen Strafwurf verwandelte Uros Fabic sicher zur 4:2 Führung. Die Norddeutschen versuchten nun mit noch mehr Intensität wieder heranzukommen. Aber zu mehr als dem 4:3 Anschlusstreffer reichte es nicht. Die Schwaben ließen nicht locker. Wiederum Uros Fabic stellte mit einem direkt verwandelten Freiwurf den alten Abstand wieder her und Deni Cerniar erhöhte sogar noch vor der letzten Pause auf 6:3.

Im letzten Spielviertel versuchten die Hamburger, die den SVC offensichtlich unterschätzt hatten, nochmals das Ruder herumzureißen. Aber die Mannschaft des Trainergespanns Andras Feher/Robert Bleich setzte den ersten Stich: Novak Zugic erhöhte den Cannstatter Vorsprung mit einer sehenswerten Rückhand auf 7:3. Die Entscheidung war das aber noch nicht. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem zunächst Hamburg wieder den Anschluss gewann und bis auf zwei Treffer die SVC-Führung abknabberte. Aber Routinier Marton Sarosi, der vor der Saison vom Liga-Rivalen Wedding an den Neckar gewechselt war, erhöhte wieder auf 8:5 und nach dem erneuten Anschlusstreffer von Hamburg wiederum auf 9:6. Die Nerven der Cannstatter waren also intakt und Milosav Aleksic sorgte eine Minute vor dem Abpfiff mit seinem Überzahltreffer zum 10:6 für die endgültige Entscheidung. Zwar kam auch Hamburg nochmals zu einem Torerfolg, aber 8 Sekunden vor dem Abpfiff setzte Deni Cerniar den Schlusspunkt zum 11:7 Endstand.

Der Jubel beim SVC war riesig, der Rückschlag nach der unglücklichen Niederlage in Würzburg überwunden. Was ist nun anders als in der Hinrunde, als der SVC fast schon kampflos dem Abstieg entgegentaumelte? Uros Fabic, slowenischer Zugang vor der Saison beim SVC erklärte: „Wir funktionieren jetzt als Team. Wir haben einen richtigen Teamgeist entwickelt. Das schafft uns eine tolle Motivation.“ Er bekannte, am Anfang Schwierigkeiten im Spiel gehabt zu haben. „In Slowenien wird etwas härter gespielt, daran musste ich mich zunächst gewöhnen“, erklärte er mit einem Augenzwinkern und dem Rückblick auf seine Sperre gleich zum Saisonauftakt.

SVC-Center Novak Zugic pflichtete Fabic bei. „Seit Januar spielen wir jetzt wie eine Mannschaft. Und wir sehen auch, dass es so funktioniert. Daher hängen sich alle jetzt rein.“ Das sieht auch Robert Bleich so, der mit Andras Feher ein Trainergespann bildet. „Wir konnten die mentale Blockade bei den Spielern lösen. Wir haben eingegriffen, wo einzelne Spieler sich nicht in die Mannschaft fügen wollten. Aber jetzt sehen alle, dass dieser Weg richtig ist. Das erkennt man auch an der Trainingsbeteiligung. Die konnten wir signifikant steigern.“

Bleich ist auch als akribischer Arbeiter bekannt, war schon Mitglied des Trainerstabs der montenegrinischen Nationalmannschaft, einem der europäischen Spitzenteams. „Wir haben auch an den Trainingsinhalten gearbeitet, machen vor dem Wassertraining gemeinsam gymnastische Übungen um beweglicher zu werden.“ Außerdem soll durch die Zusammenarbeit mit einer Physiotherapie Verletzungen vorgebeugt werden. „Am Montag haben wir die Physiotherapie dabei, dann kann möglichen kleinen Verletzungen der Spiele gleich entgegengewirkt werden, damit es keine langwierigen Ausfälle gibt.“ Auch mit Torhüter Milan Markovics, der zu Beginn der Saison nicht in Form schien, wurde gearbeitet. „Wir haben spezielles Torwarttraining angesetzt. Das scheint anzuschlagen“, erklärt Andras Feher. Auch Novak Zugic unterstreicht: „Wir können in der Verteidigung ganz anders spielen, wenn wir einen guten Torhüter haben. Milan ist jetzt wirklich ein starker Rückhalt.“ Das sahen wohl auch andere so: Im Spiel gegen Hamburg wurde er zum Spieler des Tages gewählt.

Tore SV Cannstatt: Uros Fabic, Deni Cerniar (je 3), Marton Sarosi, Novak Zugic (je 2), Milosav Aleksic.