02.04.2017 Wasserball Wasserball

Bericht vom Spiel der Deutschen Wasserball-Liga - B-Gruppe - SV Cannstatt vs Duisburg 98

Der SV Cannstatt muss ins Play-Down. Nach der 6:9 (2:2; 1:3; 2:1; 1:3) Heimniederlage gegen Duisburg 98 bleibt der SVC zum Abschluss der Hauptrunde der Wasserball-Bundesliga auf dem siebten und vorletzten Tabel-lenplatz der B-Gruppe.


Auch ein Erfolg gegen Duisburg hätte nichts mehr gebracht, weil im Parallelduell der SC Neustadt gegen Krefeld 72 mit 11:5 die Oberhand behielt.

Der Druck des „Gewinnenmüssens“ lastete schwer auf der jungen Cannstatter Mannschaft. Dabei kamen die Schwaben zunächst gut in die Partie, führten mit 2:1 und hatten dann die Möglichkeit, durch einen Fünf-Meter auf 3:1 davonzuziehen. Doch Uros Fabic setzte den zu lässig geschossenen Strafwurf an den Pfosten. Im Gegenzug glich Duisburg zum 2:2 aus. Statt beruhigender Führung eine Partie auf Biegen und Brechen.

Cannstatt hatte in der Folge vor allem in der Chancenverwertung große Probleme, schloss gute Situationen zu überhastet ab, brachte die Bälle nicht entscheidend auf den Duisburger Kasten. Mit einer guten Abwehrleistung blieben die Schwaben aber an Duisburg dran, hielten die Partie offen und versuchten, den Traditionsverein von der Wedau nicht davonziehen zu lassen. Wie so oft kamen dann aber Unvermögen und Pech noch zusammen. Mindestens zwei Mal war in entscheidenden Situationen auch Schiedsrichter Jens Boysen gedanklich nicht auf der Höhe. Im dritten Spielviertel erkannte er einen eindeutig irregulären Treffer Duisburgs Nils Elsenpeter als Tor an. Elsenpeter hatte Freiwurf, führte diesen aber innerhalb des Fünf-Meter-Raums direkt aus: Im Wasserball verboten. Die vehementen Proteste von SVC-Coach Andras Feher nahm Boysen zum Anlass, diesen auf die Tribüne zu schicken. Besonders süffisant: Nach dem Abpfiff kam Elsenpeter zu Feher: „Andras, du hattest recht, mein Tor war nicht regulär.“

Im Schlussviertel wurde den Cannstattern dann noch zwei Mal ein offen-sichtlicher Strafwurf verweigert. Angesichts des knappen Zwischenstands wäre so wenigstens ein Unentschieden in greifbare Nähe gerückt. Im Gegenzug nutzten die abgebrühten Duisburger Ihre Chancen jedoch aus und konnten am Schluss zu deutlich mit 9:6 im Inselbad triumphieren.

„Wir waren heute nicht gut, aber wir wurden auch eindeutig benachteiligt. Das kann unsere junge Mannschaft einfach noch nicht kompensieren“, schimpfte SVC-Coach Andras Feher nach dem Abpfiff. Feher wird nach seiner roten Karte vermutlich das erste der Play-Down-Spiele verpassen. Dort wird Cannstatt auf den Verlierer der Relegationsbegegnung White Sharks Hannover gegen SC Wedding treffen.

Wie es mit den Trainingsmöglichkeiten zur Vorbereitung auf die Play-Downs aussehen wird ist, unklar. Die Traglufthalle über dem Inselbad wird nach dem kommenden Wochenende abgebaut. Danach sind zwar Trainingszeiten für die Schwimmer vorgesehen, weil parallel das Stadtbad Untertürkheim saniert wird, aber die Wasserballer bleiben nach derzeitigem Stand außen vor. Beim SVC kann man darüber nur den Kopf schütteln.

Tore Cannstatt: Milosav Aleksic, Deni Cerniar (je 2), Uros Fabic, Anton Spanjol.